Avodah Zarah 52

Kapitel 52

א ולא מורידין אבל המינין והמסורות והמומרים היו מורידין ולא מעלין
1 auch stoße man sie nicht hinab, Häretiker aber, Angeber und Abtrünnige stoße man hinab und ziehe sie nicht herauf.
ב א"ל אני שונה (דברים כב, ג) לכל אבידת אחיך לרבות את המומר ואת אמרת היו מורידין סמי מכאן מומר
2 Da sprach dieser zu ihm: Ich lege aus: <i>mit jeder verlorenen Sache deines Bruders</i>, dies schließe den Abtrünnigen ein, und du sagst, man stoße sie hinab. Streiche [das Wort] Abtrünnige. —
ג ולישני ליה כאן במומר אוכל נבילות לתיאבון כאן במומר אוכל נבילות להכעיס קסבר אוכל נבילות להכעיס מין הוא
3 Sollte er ihm doch erwidert haben, eines gelte von einem Abtrünnigen, der Aas aus Gier ißt, und eines gelte von einem Abtrünnigen, der Aas aus Trotz ißt!? — Er ist der Ansicht, wer Aas aus Trotz ißt, sei Häretiker.
ד איתמר מומר פליגי רב אחא ורבינא חד אמר לתיאבון מומר להכעיס מין הוי וחד אמר אפילו להכעיס נמי מומר אלא איזהו מין זה העובד אלילי כוכבים
4 Es wurde gelehrt: Über den Abtrünnigen streiten R. Aḥa und Rabina; einer sagt, er sei Abtrünniger, wenn er es aus Gier tut, wenn aber aus Trotz, sei er Häretiker, und einer sagt, auch wenn aus Trotz, sei er Abtrünniger; Häretiker sei nur derjenige, der Götzendienst treibt.
ה מיתיבי אכל פרעוש אחד או יתוש אחד הרי זה מומר והא הכא דלהכעיס הוא וקתני מומר התם בעי למיטעם טעמא דאיסורא
5 Man wandte ein: Hat er einen Floh oder eine Mücke gegessen, so ist er Abtrünniger. Solches geschah ja aus Trotz, und er lehrt, er sei Abtrünniger!? — Damit wollte er nur den Geschmack des Verbotenen kosten.
ו אמר מר היו מורידין אבל לא מעלין השתא אחותי מחתינן אסוקי מיבעי אמר רב יוסף בר חמא אמר רב ששת לא נצרכא שאם היתה מעלה בבור מגררה דנקיט ליה עילא ואמר לא תיחות חיותא עלויה
6 Der Meister sagte: Man stoße sie hinab und ziehe sie nicht herauf. Wenn man sie sogar hinabstoßen soll, wozu lehrt er es vom Heraufziehen!? R. Joseph b. Ḥama erwiderte im Namen R. Šešeths: Dies lehrt, daß, wenn in der Grube sich eine Stiege befindet, man sie unter Anwendung einer Ausrede zerstöre; man sage zu ihm: damit kein Tier hineingerate.
ז רבה ורב יוסף דאמרי תרוייהו לא נצרכא שאם היתה אבן על פי הבאר מכסה אמר לעבורי חיותא עילויה רבינא אמר שאם היה סולם מסלקו אמר בעינא לאחותי ברי מאיגרא
7 Rabba und R. Joseph erklärten beide: Dies lehrt, daß, wenn ein Stein sich am Rande der Grube befindet, man sie zudecke und zu ihm sage: ich will mein Vieh hinüberführen. Rabina erklärte: Wenn darin sich eine Leiter befindet, so nehme man sie fort und sage zu ihm: Ich will meinen Sohn vom Dache heranholen.
ח ת"ר ישראל מל את העובד כוכבים לשום גר לאפוקי לשום מורנא דלא ועובד כוכבים לא ימול ישראל מפני שחשודין על שפיכות דמים דברי רבי מאיר
8 Die Rabbanan lehrten: Ein Jisraélit darf einen Nichtjuden beschneiden, wenn er Proselyt werden will, nicht aber wegen der Würmer. Einen Nichtjuden lasse man nicht einen Jisraéliten beschneiden, weil sie des Blutvergießens verdächtig sind — so R. Meír.
ט וחכמים אומרים עובד כוכבים מל את ישראל בזמן שאחרים עומדין על גבו אבל בינו לבינו לא ורבי מאיר אומר אפילו אחרים עומדים על גבו נמי לא דזימנין דמצלי ליה סכינא ומשוי ליה כרות שפכה
9 Die Weisen sagen, man lasse einen Nichtjuden einen Jisraéliten beschneiden, wenn andere zugegen sind, nicht aber, wenn sie allein unter einander sind. R. Meír aber verbietet es, auch wenn andere zugegen sind, weil er das Messer neigen und ihm die Harnröhre verstümmeln kann.
י וסבר ר"מ עובד כוכבים לא ורמינהו עיר שאין בה רופא ישראל ויש בה רופא כותי ורופא עובד כוכבים ימול עובד כוכבים ואל ימול כותי דברי ר"מ רבי יהודה אומר ימול כותי ואל ימול עובד כוכבים
10 R. Meír ist also der Ansicht, man lasse einen Nichtjuden nicht; ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Wenn in einer Stadt kein jisraélitischer Arzt anwesend ist, sondern nur ein samaritanischer und ein aramäischer, so lasse man den aramäischen beschneiden und nicht den samaritanischen — so R. Meír; R. Jehuda sagt, man lasse den samaritanischen beschneiden und nicht den aramäischen!? —
יא איפוך ר"מ אומר ימול כותי ולא עובד כוכבים ר' יהודה אומר עובד כוכבים ולא כותי
11 Wende es um: R. Meír sagt, man lasse den samaritanischen beschneiden und nicht den aramäischen; R. Jehuda sagt, den aramäischen und nicht den samaritanischen, —
יב וסבר ר' יהודה עובד כוכבים שפיר דמי והתניא ר' יהודה אומר מנין למילה בעובד כוכבים שהיא פסולה שנא' (בראשית יז, ט) ואתה את בריתי תשמור
12 R. Jehuda ist also der Ansicht, dies sei durch einen Aramäer zulässig, dagegen wird gelehrt: R. Jehuda sagte: Woher, daß die Beschneidung durch einen Nichtjuden ungültig ist? Es heißt: <i>du aber sollst mein Bündnis halten</i>!? —
יג אלא לעולם לא תיפוך והכא במאי עסקינן
13 Vielmehr, tatsächlich wende man es nicht um,